Meine Lieben,
nun folgt ein weiterer Teil- der vermutlich nicht allzu lange wird, da ich bald gehen muss, aber zuvor unbedingt noch einmal posten wollte.
Ich beantworte einfach hier die Fragen zu meinem letzten Post, da diese vermutlich alle interessieren:
1. Wie alt bist du mittlerweile?
Ich bin jetzt 18 Jahre, im September werde ich 19. Schon seltsam, wie viel Zeit vergangen ist. Dieser Blog besteht seit 2011 und noch immer kann ich nicht ganz von allem loslassen.
2. Geht es dir jetzt gut?
Ja, mir geht es gut! Ich habe in der Klinik und in der Zeit danach unheimlich viel für mich und mein Leben gelernt und habe es geschafft, meine Laune überwiegend zu stabilisieren. Auch die Selbstverletzung ist meist kein Thema mehr (wenn, dann nur als Gedanke, nicht in der Ausführung). Nur mit meinem Körper hadere ich weiterhin, was mich jedoch meist nicht allzu weit nach unten ziehen kann. Aber das alles werdet ihr in den nächsten Posts in ausführlicher Form lesen können.
Da mir gerade nicht so viel Zeit zum bloggen vergönnt ist, möchte ich an dieser Stelle nicht mit dem weiteren Verlauf meiner Geschichte beginnnen- dafür brauche ich Ruhe und Zeit, da es nicht leicht ist, meinen Klinikaufenthalt in wenigen Worten zu beschreiben. Das nächste Mal gibt es mehr dazu. Falls ihr speziell zu diesem Thema Fragen habt, stellt sie- dann kann ich auf diese eingehen und das berichten, was euch interessiert.
Nun zu dem Thema dieses Posts: meine Liste von 101 Dingen in 1001 Tagen! (klicken und ihr könnt sie nachlesen)
Vor 23 Tagen sind die 1001 Tage vergangen und ich konnte nicht alles auf der Liste erfüllen, Jedoch gibt es dort auch viele Punkte, die ich gar nicht mehr erreichen wollte, Ein paar von diesen hatte ich sogar einmal durchgestrichen, jedoch sind es nicht alle. Rückblickend muss ich sagen, dass ich die Idee hinter der Liste wirklich gerne mochte und deshalb auch wieder eine neue starten möchte. All die Dinge, die ich nicht geschafft habe, aber noch machen will, werden dort wieder auftauchen.
Es ist spannend zu sehen, was ich mir vor 1001 Tagen gewünscht habe.
50 Kilo wiegen, einen BMI haben, der nicht höher als 18 ist, enge Klamotten tragen können.
Bei meiner Körpergröße wäre diese Kiloanzahl im Untergewicht. Damals hatte ich mir tatsächlich vorgenommen Schritt für Schritt in die Magersucht zu gehen. Beinahe wäre dies sogar passiert.
Es bewegt mich immer wieder, mir meine eigenen Gedanken und Wünsche von damals bewusst zu machen. Es fühlt sich so unwirklich an. Als ob ich eine andere Person gewesen wäre. Als ob das nicht ich war. Doch es waren meine Gedanken, meine Wünsche, meine Vorstellungen.
Auf meiner neuen Liste wird keine Kilozahl und kein BMI vertreten sein. Doch leider ist es noch immer ein Wunsch von mir, abzunehmen, Ich wünschte, es wäre nicht so.
Aber bisher ist das leider wichtig für mich, da ich mich sonst nicht in meinem Körper wohl fühlen kann, Jedoch gibt es keine Zahl, kein Ideal, Nur das Gefühl des Wohlfühlens. Das wird der neue Punkt auf meiner Liste sein.
Vermutlich stelle ich diese heute oder in den nächsten Tagen ebenfalls online.
Samstag, 4. Juli 2015
Donnerstag, 2. Juli 2015
Gedankenmatsch (Part 1)
Meine lieben Follower,
diesen Post hätte ich schon vor langer Zeit verfassen sollen, doch vermutlich hatte ich zuvor nicht genug Abstand von allem um alles zu schreiben.
Es ist unglaublich, dass mir noch so viele von euch folgen, obwohl ich schon über ein Jahr lang kaum gepostet habe. Es ist insgesamt richtig traurig, dass mir beinahe 200 Menschen folgen- mir, einem Blog, der einmal über das ständige Kalorien Zählen, Selbsthass und der Essstörung gehandelt hat.
Ich wünschte, wir müssten uns über unseren Körper nicht so viele Gedanken machen.
Obwohl ich mittlerweile meist distanziert auf all das blicken kann, ist es doch sehr persönlich und emotional für mich. Deshalb werde ich alles, was ich euch sagen möchte, auf mehrere Posts verteilen.
Hier ist also der erste Post. Der erste Gedankenmatsch.
Ich beginne mit dem Zeitpunkt, an dem ich in die Klinik musste. Damals war ich gar nicht mehr wirklich in einer Essstörung gefangen. Ich hatte wieder normal gegessen und es nie wieder wirklich geschafft zu hungern. Allerdings waren die Gedanken immer in meinem Kopf, was bei mir zu einem extremen Selbsthass geführt hat. Ich habe alles an mir gehasst- meinen Körper, mein Gesicht und letztendlich auch meinen Charakter. Meine beste Freundin erzählte mir einmal, dass ich kurz vor meinem Klinikaufenthalt sehr in mich gekehrt war und kaum gesprochen habe. Rückblickend ist mir dies gar nicht mehr so richtig bewusst, aber ich weiß, dass es so war. In der Schule saß ich meist nur daneben und war so sehr mit meinem inneren Seelenscherben beschäftigt, dass ich kaum etwas um mich herum mitbekommen habe. Ständig startete ich den Versuch wieder abzunehmen, aber es gelang mir nie. Im Gegenteil- ich nahm immer mehr zu. Ich saß oft daheim und habe geweint, hatte einfach keine Kraft mehr und war völlig am Ende. All diesen Selbsthass und Schmerz habe ich durch Selbstverletzung ausgedrückt. Meine Eltern und Freunde machten sich große Sorgen, da es letztendlich so schlimm war, dass jeder sehen konnte, dass bei mir irgendwie etwas falsch läuft.
Irgendwann konnten meine Eltern nicht mehr zusehen und haben einen Termin in einer Jugendpsychatrie gemacht. Damals kamen sie mir wie Verräter vor, die mir schlimmes antun wollen. Mittlerweile bin ich ihnen jedoch von Herzen dankbar!
Bei diesem ersten Termin wurde ich über alles befragt und mir wurde die Jugendstation gezeigt. Ich wollte dort nicht hin und dachte immer, die anderen Jugendlichen dort würden mich auslachen. Immer war ich der Meinung, dass meine Probleme im Vergleich zu den anderen nichts wären. Ich habe damals nicht gesehen, dass ich tatsächlich schwere Depressionen und eine Essstörung hatte. Für mich fühlte es sich eher so an, als ob ich einfach ein wenig traurig wäre und eben einfach nur abnehmen wollte. Aber so war es nicht und das weiß ich jetzt.
Nach diesem ersten Termin dauerte es noch ein wenig, bis ein platz frei wurde, doch schließlich kam der Anruf: am nächsten Tag sollte ich in die Klinik kommen!
Mehr möchte ich heute nicht schreiben, Es ist schwerer als gedacht, darüber zu schreiben und alles wieder aufleben zu lassen.
Aber ich weiß, dass es wichtig für mich ist, um endgültig abschließen zu können. Außerdem sollten Leute, die auf diesen Blog stoßen, die ganze Wahrheit wissen. Ich möchte keine Inspiration für junge Mädchen sein, die auch auf dem besten Weg hin zu einer Essstörung sind,
Ich weiß, was es bedeutet, wenn man diese Gedanken nicht rechtzeitig stoppt und ihr sollten wissen, wozu das alles führen kann.
Es ist nicht nur Abnehmen, es ist eine Krankheit.
Wenn ihr Fragen habt, schreibt mir! Ich versuche alles so gut wie möglich zu beantworten und so gut es geht zu helfen!!
Eure Anni
diesen Post hätte ich schon vor langer Zeit verfassen sollen, doch vermutlich hatte ich zuvor nicht genug Abstand von allem um alles zu schreiben.
Es ist unglaublich, dass mir noch so viele von euch folgen, obwohl ich schon über ein Jahr lang kaum gepostet habe. Es ist insgesamt richtig traurig, dass mir beinahe 200 Menschen folgen- mir, einem Blog, der einmal über das ständige Kalorien Zählen, Selbsthass und der Essstörung gehandelt hat.
Ich wünschte, wir müssten uns über unseren Körper nicht so viele Gedanken machen.
Obwohl ich mittlerweile meist distanziert auf all das blicken kann, ist es doch sehr persönlich und emotional für mich. Deshalb werde ich alles, was ich euch sagen möchte, auf mehrere Posts verteilen.
Hier ist also der erste Post. Der erste Gedankenmatsch.
Ich beginne mit dem Zeitpunkt, an dem ich in die Klinik musste. Damals war ich gar nicht mehr wirklich in einer Essstörung gefangen. Ich hatte wieder normal gegessen und es nie wieder wirklich geschafft zu hungern. Allerdings waren die Gedanken immer in meinem Kopf, was bei mir zu einem extremen Selbsthass geführt hat. Ich habe alles an mir gehasst- meinen Körper, mein Gesicht und letztendlich auch meinen Charakter. Meine beste Freundin erzählte mir einmal, dass ich kurz vor meinem Klinikaufenthalt sehr in mich gekehrt war und kaum gesprochen habe. Rückblickend ist mir dies gar nicht mehr so richtig bewusst, aber ich weiß, dass es so war. In der Schule saß ich meist nur daneben und war so sehr mit meinem inneren Seelenscherben beschäftigt, dass ich kaum etwas um mich herum mitbekommen habe. Ständig startete ich den Versuch wieder abzunehmen, aber es gelang mir nie. Im Gegenteil- ich nahm immer mehr zu. Ich saß oft daheim und habe geweint, hatte einfach keine Kraft mehr und war völlig am Ende. All diesen Selbsthass und Schmerz habe ich durch Selbstverletzung ausgedrückt. Meine Eltern und Freunde machten sich große Sorgen, da es letztendlich so schlimm war, dass jeder sehen konnte, dass bei mir irgendwie etwas falsch läuft.
Irgendwann konnten meine Eltern nicht mehr zusehen und haben einen Termin in einer Jugendpsychatrie gemacht. Damals kamen sie mir wie Verräter vor, die mir schlimmes antun wollen. Mittlerweile bin ich ihnen jedoch von Herzen dankbar!
Bei diesem ersten Termin wurde ich über alles befragt und mir wurde die Jugendstation gezeigt. Ich wollte dort nicht hin und dachte immer, die anderen Jugendlichen dort würden mich auslachen. Immer war ich der Meinung, dass meine Probleme im Vergleich zu den anderen nichts wären. Ich habe damals nicht gesehen, dass ich tatsächlich schwere Depressionen und eine Essstörung hatte. Für mich fühlte es sich eher so an, als ob ich einfach ein wenig traurig wäre und eben einfach nur abnehmen wollte. Aber so war es nicht und das weiß ich jetzt.
Nach diesem ersten Termin dauerte es noch ein wenig, bis ein platz frei wurde, doch schließlich kam der Anruf: am nächsten Tag sollte ich in die Klinik kommen!
Mehr möchte ich heute nicht schreiben, Es ist schwerer als gedacht, darüber zu schreiben und alles wieder aufleben zu lassen.
Aber ich weiß, dass es wichtig für mich ist, um endgültig abschließen zu können. Außerdem sollten Leute, die auf diesen Blog stoßen, die ganze Wahrheit wissen. Ich möchte keine Inspiration für junge Mädchen sein, die auch auf dem besten Weg hin zu einer Essstörung sind,
Ich weiß, was es bedeutet, wenn man diese Gedanken nicht rechtzeitig stoppt und ihr sollten wissen, wozu das alles führen kann.
Es ist nicht nur Abnehmen, es ist eine Krankheit.
Wenn ihr Fragen habt, schreibt mir! Ich versuche alles so gut wie möglich zu beantworten und so gut es geht zu helfen!!
Eure Anni
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